Startseite   Pressespiegel   Miba 05/2003

Auch im Zeitalter digitaler Modellbahnsteuerungen gibt es gute Gründe analog zu fahren. Um den gehobenen Ansprüchen gerecht zu werden, reicht der einfache Fahrtrafo nicht mehr aus. Bernd Heißwolf bietet einen universellen Fahrregler für die unterschiedlichsten Lokomotivantriebe und Ansprüche.

Anspruchsvoller Fahrregler von Heißwolf

Einer für viele

Auch wer mit fortschreitender Verbreitung von Digitalsteuerungen weiterhin seine Modelleisenbahn analog steuern möchte, muss auf Komfort nicht verzichten. Einstellbare Höchstgeschwindigkeit, Motormanagement und Klartextanzeige auf dem Handregler sind keine ausschließlichen Vorzüge digitaler Steuerungsssysteme. Drei Intentionen ließ Bernd Heißwolf in seinen Fahrregler einfließen. Einerseits erfordert der Einsatz von älteren und modernen Modelllokomotiven unterschiedliche Fahrspannungen und Motoransteuerungen für ein vorbildgerechtes Fahrverhalten. Andererseits wäre es sehr nützlich, wenn die für jede Lok typischen Einstellungen der Motoransteuerung mit einer einfachen Möglichkeit abgespeichert und wieder abgerufen werden könnten. Für den Modellbahnbetrieb wäre es zudem praktisch, wenn die beschriebenen Optionen in einem Walk-around-System verfügbar wären.

SFR 2000
Der Fahrregler SFR 2000 besteht aus einem Leistungs- und einem Bedienteil und beinhaltet die für einen komfortablen Fahrbetrieb notwendigen Funktionen. Sie gliedern sich auf in die Ansteuerung der Loks und in die Bedienung. Alle für die Ansteuerung und somit für den komfortablen Fahrbetrieb erforderlichen Einstellungen werden am Bedienteil vorgenommen.
Das Bedienteil ist in einem Klarsichtgehäuse untergebracht und gibt den Blick auf das LCD-Display und die Elektronik frei. Augenfällig ist der große Drehknopf, mit dem die Geschwindigkeit der Lokomotive eingestellt wird. Der Drehknopf erfüllt jedoch noch weitere Funktionen, auf die noch eingegangen wird. Der Drehknopf hat keinen Endanschlag. Der große Durchmesser und die Leichtgängigkeit erlauben sehr feinfühliges Steuern.
Unterhalb des Displays sind fünf Taster angeordnet. Mit den beiden rechten wird durch das Menü des Bedienteils geblättert, die drei linken haben verschiedene Funktionen. Im Fahrbetrieb wird mit ihnen die Fahrtrichtung gewechselt oder ein Soforthalt ausgelöst.
Das beleuchtete Display zeigt im Fahrbetrieb neben dem Loknamen die Fahrtrichtung, die Ausgangsspannung und über zwei Balken den Soll- und Ist-Wert der Geschwindigkeit. Zudem werden bei Bedarf spezielle Infos wie Nothalt, aktivierte Strombegrenzung und übermäßige Erwärmung des Leistungsteils angezeigt.

Lokspezifische Einstellungen
 Der Fahrregler bietet die Möglichkeit die Fahrspannung an den Bedarf der jeweils zu steuernden Lok anzupassen. Damit die Einstellungen für den nächsten Einsatz nicht verloren gehen, können sie gespeichert werden. Die Einstellungen von bis zu 255 Loks und der Klartextanzeige werden im Leistungsteil gespeichert. Es kann aber immer nur eine Lok ausgewählt und gefahren werden.
Das Einstellen der Lokbezeichnungen und der dazu gehörenden Eigenschaften ist recht simpel. Über die beiden rechten Steuertasten können folgende Menüpunkte ausgewählt werden:
o Auswahl - Standardeinstellung, erscheint beim Einschalten, oder beim Verlassen der anderen Menüpunkte über die drei linken Steuertasten.
o Triebfahrzeug auswählen - Über die Klartextanzeige kann das gewünschte Triebfahrzeug mit seinen spezifischen Einstellungen ausgewählt werden. Neben dem Namen erscheint auch die Speicherplatznummer.
o Art der Ausgangsspannung - Neben der reinen Gleichspannung kann auch eine Impulsspannung oder eine Mischung aus beiden eingestellt werden. Zur Ermittlung der optimalen Werte muss probiert werden.
o Maximalspannung - Es kann die maximale Ausgangsspannung eingestellt werden, bei der das Triebfahrzeug z.B. mit der vorbildgerechten Höchstgeschwindigkeit fährt.
o Übergangsspannung einstellen - Der Menüpunkt erscheint nur bei eingeschalteter Mischung aus Gleich- und Impulsspannung. Eingestellt wird der Übergang zwischen Impuls- und Gleichspannung.
o Impulsfrequenz - Der Menüpunkt wird nur bei eingestelltem Impuls- bzw. Mischbetrieb angezeigt. Der Einstellbereich erlaubt Impulsfrequenzen zwischen 16 und 100 Hertz. Auch diese Einstellung ist abhängig von der Lok und muss durch Tests ermittelt werden.
Auch die Massensimulation kann berücksichtigt werden. Über die beiden folgenden Menüs wird eine Zeit eingestellt, in der die Fahrspannung von 0 Volt auf Maximalspannung steigt oder umgekehrt sinkt. Beim Wert Null folgt die Ausgangsspannung ohne Verzögerung der Änderung am Regler. Beide Balken auf dem Display laufen synchron. Maximal ist der Wert 90 zulässig, d.h., in 90 Sekunden steigt die Spannung vom Wert Null auf Maximalwert. Auf dem Display kann man die Änderung an den Balken ablesen. Der untere Balken zeigt den am Drehknopf eingestellten Soll-Wert, der obere den tatsächlichen durch die Verzögerung eingestellten Ist-Wert.
o Beschleunigungszeit
o Bremszeit
Zur leichteren Identifizierung kann im letzten Menüpunkt eine Kurzbezeichnung des Triebfahrzeugs eingestellt werden.
o Triebfahrzeug-Name - Über die Pfeil-Tasten der linken drei Tasten kann die Schreibmarke verschoben werden. Mit dem Drehknopf erfolgt die Auswahl der Buchstaben.

Leistungsteil
Den Fahrstrom stellt das Leistungsteil zur Verfügung, das auch das Bedienteil mit Strom versorgt. Um den Strombedarf einer Lok bzw. auch eines beleuchteten Zuges decken zu können, liefert das Leistungsteil bis zu 1,5 Ampere. Der verwendete Transformator sollte den Strombedarf decken können.
Ein passender Transformator, der zwei Leistungsteile ausreichend mit elektrischer Energie versorgt, wird angeboten. Beschränkt sich der Betrieb auf eine Lok in einem Fahrstromkreis, reicht auch ein handelsüblicher Modellbahntrafo mit "Lichtausgang" aus. Er sollte, um auf der sicheren Seite zu sein, 16 Volt Wechselspannung bei etwa 1 Ampere liefern können.
Damit im Falle eines Kurzschlusses oder aber durch Überlastung nichts passiert, ist das Leistungsteil dauerkurzschlussfest, gegen Überhitzung gesichert und zudem noch mit Schmelzsicherungen bestückt.
Die Leistungselektronik versorgt nur einen Fahrstromkreis und wird prinzipiell wie ein gewöhnliches Fahrpult mit der Gleisanlage verbunden. Und es darf nur ein Bedienteil angeschlossen werden. Für den Walk-around-Betrieb kann das Bedienteil ohne Betriebsunterbrechung abgezogen und anderswo eingesteckt werden.

Ausblicke
Der Fahrregler SFR 2000 eröffnet dem Gleichstromfahrer neue Perspektiven hinsichtlich komfortabler Bedienung und Fahrkomfort. Menüführung und Änderung der Einstellungen sind sehr übersichtlich. Drei Umdrehungen bis zur Maximalgeschwindigkeit erlauben sensibles Fahren.
Ein Optionssteckplatz auf der Leistungselektronik soll für spezielle Anwendungen genutzt werden können. So ist eine Pendelzugautomatik in Vorbereitung und ein "Memory" zur Übertragung der Einstellungen von einem Bedienteil auf ein anderes. Für das problemlose Überfahren von Trennstellen zwischen unterschiedlichen Fahrstromkreisen sorgt ein Synchronisationsmodul. Interessant ist noch die geplante Option, über einen Multibus einen Verbundbetrieb mit bis zu acht Fahrreglern einzurichten. Man darf also auf Weiteres gespannt sein.
gp


Kurz + knapp

o Fahrregler SFR 2000
Grundausstattung
Leistungs- und Bedienteil    € 145,-
Netzanschluss-Set              € 25,-

o Bezug
Heißwolfs Modellbahnzubehör
Nürnberger Straße 192
D-72760 Reutlingen

Wörner Modellbahnen
Hunzelweg 3
D-71729 Erdmannhausen

 

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der MIBA-Redaktion.


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Stand 03.05.2008
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